Zwerghunde oder Hundezwerge


Autor: Dr. Hans Räber / Ausgabe: 2008-04

Obwohl archäologische Zeugnisse die Existenz des Haushundes schon seit mehr als 15.000 Jahren beweisen, stammen die ersten literarischen und archäologischen Zeugnisse von Zwerghunden mit Widerristhöhen von unter 30 cm erst aus der römischen Kaiserzeit. Im germanischen Siedlungsraum treten Zwerghunde noch später, nämlich erst zur Zeit der Völkerwanderung (4.–6. Jh.) auf. Der Doyen der europäischen Kynologie, WUFF-Autor Dr. Hans Räber, über Zwerghunde.

Der Haushund hat im Laufe seiner Domestikation eine Vielfalt von Größenvarietäten entwickelt, wie sie sonst bei keiner anderen Säugetierart vorkommt. Die Gewichte schwanken von 0,5 kg beim Chihuahua bis zu über 100 kg beim Bernhardiner. Ein Forscherteam der Universität Utah und sieben andere Institutionen sind der Frage nachgegangen, warum Zwerghunde klein bleiben (siehe WUFF 6/2007). Sie haben dazu die DNA von 3.241 Hunden aus 143 Rassen untersucht. Darunter befanden sich sowohl Zwerge (Chihuahua, Mops) als auch großwüchsige Rassen (Mastiff, Dt. Doggen u.a., sowie Portugiesische Wasserhunde, die in Amerika in drei Größen gezüchtet werden). Die Forscher konnten bei den Zwerghunden einen Abschnitt in der DNA lokalisieren, der die Aktivität des Wachstumsgens (IGF1) und damit auch die Produktion von Wachstumshormonen hemmt. Diese DNA-Sequenz wurde bei allen kleinwüchsigen Rassen gefunden, aber auch bei einigen normalwüchsigen Rassen, wie z.B. beim Rottweiler ...


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