Harras von Korinth


Leserbrief von Peter Grunert

Autor: WUFF-Leser / Ausgabe: 2002-02

Zurück vom Essen schläft „Harras" und verdaut. Wir speisten heute griechisch. Harras war angemeldet. Ich auch. Er verspeiste Küchenreste mit kurz gegrillten Lammkoteletts aus Neuseeland. Ich aß à-la-carte. Das Menu für ihn war eine Aufmerksamkeit des Hauses, worum sich der Inhaber persönlich bemühte. Wie Harras ist auch er Grieche. Außer Lammkoteletts entdeckte ich in seinem Essen gedünstete Tomaten und Möhren, Salzkartoffeln und griechischen Käse. Vorher waren wir im Schnee spazieren. Mehr noch liebt Harras allerdings das Wasser des Mittelmeeres. Er weilte dort für vier Wochen, wurde des Öfteren als ertrunken vermutet, entstieg aber jedes Mal unversehrt den Wogen, wie Neptun einst zu seinen besten Zeiten.
Hunde feiner Rassen haben oft bedeutende Namen. Harras ist aber nur eine liebenswerte Schwarzwurst auf dünnen Beinchen. Gleichwohl ist er tapfer, weil er dem Meere trotzte. „Harras" (!) ist ihm deshalb nicht mehr gemäß! Er heißt jetzt „Harras von Korinth". Diesen Namen erhielt der Hund heute im griechischen Restaurant. Ich begrüße das aus mehreren Gründen: Der Hund wirkt plötzlich anders - gediegen, selbst im Schlaf. Der Grieche mag ihn, und der Hund und ich mögen den Griechen. Noch mehr allerdings mögen wir seine Küche. Sie ist salzarm, natürlich, ernährungsphysiologisch ausgewogen, und die verwendeten Rohstoffe sind vorzüglich. Das neue Jahr hat gut begonnen für uns beide - für meinen Hund und mich: Wir ernähren uns gesund.
Peter Grunert
D-73760 Ostfildern