Schlechte Sitten


Autor: Peter Walker / Ausgabe: 2000-03

Wie man so hört, regen sich Hundefreunde gern deshalb darüber auf, weil ihre Vierbeiner z.B. den Durst in der Klomuschel stillen. Manche empfinden es als unhygienisch - ist es vermutlich auch. Was, wenn der Wauwau danach das Bedürfnis hat, seinen Herrl oder das Frauerl (noch schlimmer, jemand Fremden) kräftigst das Gesicht abzuschlecken? Äh, also mein Bully trinkt aus der Wasserschüssel, ehrlich. Dafür hat er zugegebenermaßen andere Macken.

Alles Ansichtssache
Eines seiner Lieblingsspiele ist das Apportieren. Und das geht so. Hinein ins Dickicht und mit irgendwas aus seiner Sicht Brauchbarem wieder herauskommen. Zum Beispiel Turnschuh, Plastiksackerl mit Hühnerknochen, Fahrradreifen, Halstuch, Hase (stark verwest), Handschuhe, Pampers (gebraucht), Hamster (tot), Maiskolben, McDonalds-Papiersackerl, kleine Christbäume (vornehmlich nach Weihnachten) und neulich auf dem Parkplatz beim Billa einen Fasan (!). Bis auf eine gefüllte Brieftasche (selbstverständlich der Besitzerin ausgefolgt) war nicht wirklich etwas dabei, was meine Begeisterung hervorgerufen hätte.

Schöne Sachen ...
Das eigentliche Problem besteht aber darin, daß mein vierbeiniger Freund seine angeschleppten Sachen gar nicht gern hergibt. Egal, ob Pampers oder Brieftasche, ohne „Kampf“ geht da gar nix. Manchmal denke ich morgens, wenn er mir freundschaftlich das Gesicht ableckt, an all die „schönen“ Sachen, die er in seinem Fang schon transportiert hat. Allerdings nur manchmal ...