Aggression im Hundealltag
Kaum ein Bereich aus der Verhaltensbiologie wird – sowohl vom Hunde haltenden Teil der Bevölkerung als auch vom hundelosen Rest – mit so vielen Emotionen diskutiert und mit so vielen, zum Teil völlig überalterten Ansichten belegt wie der Begriff Aggression. Darum geht Tierärztin Sophie Strodtbeck näher auf die Ursachen ein und zeigt, dass es „DIE Aggression“ nicht gibt. Im Folgenden wichtige und für den Alltag relevante Informationen.
Erst vor Kurzem musste ich mich zum wiederholten Male übel beschimpfen lassen, was ich doch für eine aggressive Kampfratte dabei hätte, was ja bei dem aggressiven Frauchen auch kein Wunder sei. Was war passiert? Ich war mit meinem drei-Kilogramm-Hundchen Piccolo unterwegs und uns kam ein Labbi entgegen, der sicherlich das zehnfache Gewicht meines Zwerges auf die Waage brachte. Von den Besitzern war, wie das so oft der Fall ist, weit und breit nichts zu sehen. Piccolo kam sofort zu mir, weil er zum einen gelernt hat, dass er nicht ohne meine Erlaubnis zu jedem Hund hinrennen darf, und zum anderen weiß, dass ich ihm Sicherheit gebe und solche Situationen für ihn regle.
Aber dieses Labbi-Exemplar war ein besonders hartnäckiges, das nach einer Analkontrolle bis fast in die Maulhöhle hinein versuchte, Piccolo zu besteigen. Er war offenbar so geübt im penetrant Sein, dass ich mir schwer tat, ihn abzuwehren. Also passierte das, was ich eigentlich immer zu verhindern versuche: Piccolo versuchte selber ihn...
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