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Chaser – ein ganz normales Hundeleben …
WUFF hat für Sie mit den beiden Autoren der Studie, den Professoren John Pilley und Alliston Reid vom Wofford College in Spartanburg
(South Carolina), Kontakt aufgenommen, um mehr über das Leben des „Studienhundes“, der Border-Collie-Hündin Chaser, zu erfahren.
Die Hündin Chaser wurde im Mai 2004 bei einem auf Arbeitslinien spezialiserten Border Collie-Züchter geboren. Im Alter von 8 Wochen kam sie zu einem der beiden Studienautoren, Dr. John Pilley, bei dem sie sowohl als normales Familienmitglied als auch als „Studienobjekt“ lebt. Wie der Wissenschaftler mitteilt, entwickelte Chaser alle rassetypischen Eigenschaften eines Border Collies: intensive visuelle Fokussierung sowie starke Instinkte zu suchen, zu verfolgen und zusammenzutreiben, sehr aufmerksam auf menschliche Hinweise und sprachliche Aufforderungen durch den Besitzer, dies insbes. auch während einer komplexen visuellen Aufgabe, wie sie das Zusammentreiben einer Schafherde darstellt – und vor allem habe Chaser eine „grenzenlose Energie“.
Großer Wert wurde auf die Erziehung des Hundes gelegt, auf seine Sozialisierung sowie auf ein einfaches Gehorsamkeitstraining. Dabei wurden gewaltfreie Methoden der klassischen und operativen Konditionierung angewandt. Allmählich erhielt Chaser auch ein rassespezifisches Training im Schafehüten (dies auf der Farm ihres Züchters Wayne West) sowie in Agility und Fährtensuche. Täglich wurden 4 bis 5 Stunden in Beschäftigung mit dem Hund bzw. in das Training investiert.
Ab dem fünften Monat konzentrierten sich John Pilley und Helfer darauf, der Hündin Namen von Gegenständen beizubringen. Es handelte sich dabei um verschiedenste Arten von Spielzeugen, Bällen, Frisbees und zahlreiche andere Objekte. Auch wenn viele Objekte gewisse Ähnlichkeiten aufwiesen, so waren doch alle voneinander unterscheidbar. Jedes Objekt hatte einen Namen, der aus einem oder zwei Worten bestand, wie bspw. Elefant, Tennisball, Santa Claus usw.
Als Belohnung wurde v.a. Zuwendung von Aufmerksamkeit, Streicheln sowie Aktivitäten wie Ballspielen, Herumlaufen, Agility usw. eingesetzt. Wie die Forscher betonen, war diese Art von Belohnungen für die Border Collie-Hündin wirksamer als die traditionelle Verabreichung von Leckerlis.
Jeden Tag lehrte man Chaser ein bis zwei neue Gegenstände. Dies erfolgte so, dass man den neuen Gegenstand, bspw. einen Spielzeugelefanten, in der Hand hielt, mit der anderen Hand darauf zeigte und zur Hündin sagte: „Chaser, das ist ein Elefant“. Danach wurde der Elefant weggeworfen, so dass Chaser sehen konnte, wohin, und dann hieß es: „Chaser, such den Elefanten.“ Da kein anderer Gegenstand am Boden lag, wusste Chaser sogleich, dass dies der Elefant sein musste, und apportierte ihn. Jedes korrekte Apportieren wurde mit einem 3- bis 5-minütigen Spiel mit dem Elefanten belohnt. In weiterer Folge wurde der neue Gegenstand innerhalb schon bekannter Objekte gelegt und Chaser aufgefordert, jenen zu apportieren. Auch hier wurde der Erfolg der Übung mit Spiel belohnt.
Das Training erfolgte zumeist zuhause, also in der Wohnung von Prof. Pilley, oder im Garten. Innerhalb von drei Jahren konnte Chaser schließlich beigebracht werden, 1.022 Gegenstände bei namentlicher Nennung zu apportieren.
Chaser ist also nicht nur eine sehr gelehrige Hündin, sondern vielmehr noch eine vermutlich glückliche Hündin, da ihr Besitzer ihr rassespezifische Tätigkeiten wie eben das Schafehüten erlaubt. Die körperliche als auch die psychische Auslastung von Border Collies ist für das Wohlergehen von Hund und Halter von entscheidender Bedeutung. Wenn dies einem Hund dieser Rasse nicht zugänglich gemacht werden kann, was in den allermeisten Fällen eines normalen Hundebesitzers der Fall ist, ist von der Anschaffung eines Border Collies unbedingt abzuraten!